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Ist Tee gleich Tee?




Unter der Bezeichnung „Tee“ versteht man im weiteren Sinne ein Aufgussgetränk, welches aus siedendem Wasser und Teilen verschiedener, regional variierender Pflanzen zubereitet wird. Beliebte Teepflanzen sind Heilkräuter wie Kamille, Salbei oder Pfefferminze. Aber auch die Blätter des südamerikanischen Matestrauches oder die Zweige des südafrikanischen Rooibosstrauches liefern wohlschmeckende Getränke. Im engeren Sinne jedoch ist für den Teeenthusiasten mit dem Begriff „Tee“ ein Aufguss aus Blättern des Teestrauches (Camellia sinensis) gemeint. Er unterscheidet im Wesentlichen 3 Gruppen:

- Grüner Tee ist unfermentierter Tee, die Teeblätter werden nach ihrer Ernte getrocknet.
- Schwarzer Tee erhält seine dunkle Farbe durch die Fermentation der Teeblätter.
- Oolong ist eine Zwischenstufe, bei der die Fermentation nach einiger Zeit gestoppt wird.

Die Zubereitung von Tee ist zumindest außerhalb Japans denkbar einfach. Pro Tasse wird bei der Bereitung von Schwarztee je nach Geschmack ein gestrichener oder gehäufter Teelöffel voll Tee in die mit heißem Wasser angewärmte Teekanne gegeben. Nach Zugabe der entsprechenden Menge siedenden Wassers zieht der Tee ca. 3 – 5 Minuten lang, bevor er in die Servierkanne abgegossen oder gleich in die Tassen gegeben wird. Noch einfacher ist die Verwendung von Teebeuteln, bei der der Tee direkt in der Tasse aufgegossen wird. Die Zugabe von Milch, Kaffeesahne, weißem oder braunem Kandis erfolgt gemäß den persönlichen Vorlieben des Teetrinkers. Wahre Teeexperten schwören jedoch auf den puren Teegeschmack. Die Liebhaber des Grünen Tees verwenden für den Aufguss nicht mehr ganz heißes Wasser, es wird nach dem Sieden auf ca. 90°C abgekühlt. Grüner Tee zieht höchstens 3 Minuten lang, da der Geschmack bei längerer Ziehdauer eine grasartige Note annimmt. Die bereits überbrühten Blätter des Grünen Tees lassen sich für mehrere Aufgüsse wiederverwenden, einige Teetrinker bevorzugen sogar mehrfach überbrühte Blätter.

Die Teepflanze wird in China seit dem 8. Jahrhundert angebaut. Von hier aus gelangte sie um 730 erstmalig nach Japan, wo sich im 15. Jahrhundert mit der Zen-Religion die für Europäer überaus komplizierte Teezeremonie entwickelte, die bis zu 4 Stunden dauerte und teilweise noch heute praktiziert wird. Über die Handelswege der Niederländischen Ostindien-Kompanie wurde der Tee im 17. Jahrhundert nach Europa gebracht, wo er seinen bis heute andauernden Siegeszug antrat. Zunächst wurde der Tee in den europäischen Ländern bei Hofe getrunken, bevor er für breite Bevölkerungsschichten zum Alltagsgetränk wurde. Besonders der englische Fünfuhrtee ist seit Langem auch Nichtteetrinkern ein Begriff. Heute sind vor allem bei jüngeren Teegenießern aromatisierte Schwarzteesorten beliebt.

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